Diese Tatsache war das Triebmittel für den diesjährigen Königinnenvermehrungskurses des Bezirksbienenzüchtervereins Bad Herrenalb. Wir teilten diesen Kurs in zwei große Teile. Vor ziemlich genau einem Monat vor dem heute durchgeführten praktischen Teil führten wir eine Theorieveranstaltung durch. Die Theorie vermittelte die großen 3 Whys zur eigenen Vermehrung von Königinnen:

  • Unabhängigkeit
  • Anpassung und Zuchtselektion                                       und
  • Wirtschaftlichkeit.

Dabei führt in der Imkerei eins zum andern: Eigene Anpassung und Zuchtselektion am Stand führt weg von der teuren und meist mit Überraschungen einhergehenden Abhängigkeit von Königinnen anderer Züchter und letztendlich in günstigere aber vitalere Völker, die direkt an Klima und Standort des eigenen Standes angepasst sind.

Guter Zuchtstoff ist das Alpha und das Omega

Um an guten Zuchtstoff heranzukommen, schlossen wir ein JointVenture mit einer bei uns wohnenden Züchterin, die nach der Betriebsweise der AG Toleranzzucht ausschließlich auf Carnica-Wirtschaftsvölker züchtet. Beste Ausräumraten von Nadeltests war in diesen Völkern angelegt und sie besaß zu unserer Praxiszeit eine gekörte und zwei im Körungsprozess befindliche Königinnen. Von der Genetik her stimmte also alles. Wir mussten nur noch ein glückliches und vor allem ruhiges Händchen besitzen, um den Zuchtstoff mit hohem Erfolg in unsere eigenen Zuchtleisten bzw. Stecknäpfchen umlarven.

Los geht`s ...

Am 13.06.2026 war es dann so weit: Ich erntete gemeinsam mit unserer Züchterin ca. 2 Stunden vor Beginn des Praxisteils unserer Bienenzuchtreihe 5 Waben Zuchtstoff aus ihren besten Völkern und überführten diese in einen Anbrüter. Dieser war schnell gebildet: Waben mit jüngsten Larven wurden gesichtet und mit den darauf ansitzenden Bienen in einen Ablegerkasten überführt. Dies war notwendig, da von Zuchtstoffabholung bis zum Beginn des praktischen Teils mehr als eine Stunde vergangen wäre. Dabei wäre die Gefahr gewesen, dass die Larven ohne weitere Versorgung durch die Ammenbienen durch zu viel Trockenheit Schaden genommen hätten und das wäre schade gewesen.  

Was kommt nach dem Umlarven? Die Graphik zeigt Tag 4 und Tag 9 nach dem Umlarven und gibt Hinweise zur Behandlung der Jungköniginnen für die Belegstellenbeschickung (generiert mit Nanobanana2, Prompt Kuntze 2026)
6 Räcken und eine Räckin wagten sich dann zusammen mit unserem Zucht- und Ausbildungsverantwortlichen an die hohe Kunst des Umlarvens. Ein kurzes Impulsreferat stimmte auf die richtige Larvengröße zum Umlarven und auf vermeidbare Fehler ein und dann ging es los: Abfegen der Zuchtstoffwaben, mit Lupenverstärkung und Licht (teilweise aus Handylampen und teilweise aus den Lampen der Stiernlupen) ging es an das Larven heben und in Nikot-Näpfchen senken. Uns allen war nicht klar, wie friggelig und schwierig das Umlarven war. Dennoch konnten mit viel Geduld und Spucke alle Weiselnäpfchen bestückt werden. Nun heißt es 4 Tage warten und dann schauen wir mal…

Auf ein Neues im nächsten Jahr ...

Auf jeden Fall werden wir dieses Event wiederholen. Nächstes Jahr, ggf. früher. Alle Beteiligten hatten jede Menge Spaß, viel interessanten Input und vor allem hoffentlich viele tolle legestarke und varoatollerante, gesunde Königinnen in knapp 13 Tagen.


Mit Lupe und Umlarvlöffel

Unser 1. Vorstand Roland Ebner mit Marcel Schwämmle: Bewaffnet mit Brille, Stirnlupe und Umlarvbesteck bereit für die Mission Umlarven.


Jeder wie er will

Wir hatten genügend Zuchtstoff, dass alle Teilnehmer zu der gewünschten Anzahl an Larven kamen. Vielen Dank unserer Züchterin Rosi, für ihre Unterstützung!


Schweizer Umlarvlöffel oder doch lieber Umlarvnadel?

Hier sieht man meinen Umlarvversuch mit der Umlarvnadel. Die Aufnahme war super, jedoch das Ablegen der Larve nicht so gut. Ich entschied mich dann doch für den Schweitzer Umlarvlöffel als mein Standardinstrument im Umlarven.