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Zwei Säulen bilden das Fundament der erfolgreichen Toleranzzucht
Die AG Toleranzzucht setzt auf zwei Säulen, die das Fundament erfolgreicher Toleranzzucht bilden: Der Zucht- und der Prüfbetrieb.
Zuchtbetrieb
Die Aufgaben des Zuchtbetriebes sind klar definiert: Hier züchten Imker nach den strengen Auflagen der AGT fertile und gesunde Bienenköniginnen. Um Zuchtbetrieb werden zu können, sollten mind. 20 Völker bestehen und es sollten in diesem Betrieb 2 gekörte Königinnen vorhanden sein.
Prüfbetrieb
Der Prüfbetrieb züchtet selbst keine Königinnen sondern prüft und dokumentiert die Zuchtleistung von Königinnen aus den Zuchtbetrieben.
Regionalbeauftragte sind dafür da, Ringtausche von Königinnen zu organisieren. Hierbei bekommen die Prüfbetriebe gegen eine Königinnenpauschale im Ringtausch Königinnen, die sie prüfen sollen. Die Prüfung der Königin erfolgt über ein Bienenjahr und fängt mit der Einweiselung der Königin bis Mitte Juli im Vorbereitungsjahr an. Das darauffolgenden Leistungsprüfungsjahr endet mit der letzten Honigernte im Juli.
Die Königinnen können nach der Prüfung durch die Rückerstattung der Königinnenpauschale vom Züchter zurückverlangt werden.
Prüfbetriebe gelangen durch die Prüfung von Königinnen zu sehr gutem Zuchtmaterial, obwohl sie selbst keine Königinnen züchten.

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Die ersten frostigen Nächte liegen hinter uns. Die offiziellen Populationsschätzungen belegen, dass die Bienenvölker drei Wochen (vgl. Pfauth 2015) nach den ersten Frostnächten brutfrei sind.
Zeit für die winterliche Restentmilbung
Wir beenden das bienenjährliche Varroabekämpfungskonzept mit der Winterbehandlung. Dazu verwenden wir die Träufelmethode von Oxalsäure oder subblimieren Oxalsäure direkt in den Stock. Bei der Subblimation (wird fälschlicherweise im Imkerdeutsch als Oxalsäureverdampfen bezeichnet) sollten Außentemperaturen zwischen 2-10 °C vorherrschen.
Die Oxalsäureträufelmethode ist temperaturunabhängig, eine Behandlung unter 5°C Außentemperatur wird jedoch empfohlen, da der Bienensitz dann sehr eng in der Traube ist. Je enger die Bienentraube zusammen sitzt, desto wirksamer ist die Winterbehandlung. Behandelt wird mit 3,5%iger Oxalsäuredihydratlösung.
Laut Literatur soll die Winterbehandlung vor Weihnachten beendet sein. Da hier die Völker wieder anfangen zu brüten. Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse besagen jedoch, dass auch bei einem sehr kleinen Brutnest die Träufelmethode erfolgreich ist. Die Wirksamkeit streut hierbei zwischen 50 - 80% (vgl. Berry et al 2015).
Zweck der Winterbehandlung ist, den Varroentiter so tief wie möglich in den Völkern zu bekommen, so dass sie stark wieder ins neue Bienenjahr starten können.
Im Winter behandelt man nur 1x das verhindert Abgänge.
Wie man die richtigen Mengen Behandlungsmengen selber mischt, verrät euch mein Video zur Milchsäurebehandlung der Ableger. Ihr könnt diese Herstellungsmethode auf das Mischen von Wasser mit Oxalsäuredihydrat übertragen. Ihr verwendet 3,5%ige Oxalsäuredihydratlösung und träufelt max. 50 mL pro Volk, pro besetzter Wabengasse träufelt ihr 5 mL. Eine tolle Anleitung der Träufelmethode im Winter findet sich auf den Seiten von biene&natur.
Weiterführendes
- Zusammenfassung der Möglichkeiten der Oxalsäurebehandlung auf biene&natur - Überblick über die Oxalsäurebehandlungsmöglichkeiten
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Literatur
- Berry JA, Braman SK, Delaplane KS, Bartlett LJ. (2023). Inducing a summer brood break increases the efficacy of oxalic acid vaporization for Varroa destructor (Mesostigmata: Varroidae) control in Apis mellifera (Hymenoptera: Apidae) colonies. J Insect Sci. 2023 Nov 1;23(6):14. doi: 10.1093/jisesa/iead085. PMID: 38055946; PMCID: PMC10699866.
- Pfauth, D. (2015). Brutfreie Phasen im Bienenvolk (Apis mellifera) durch Sperren der Königin: Auswirkungen auf die Populationsdynamik des Bienenvolkes und die Möglichkeit für eine effektive Varroabekämpfung (Varroa destructor). Masterarbeit. Universität Hohenheim. Internet. https://www.jagsttalimkerei.de/fileadmin/user_upload/Masterarbeit_DanielPfauth.pdf. Abruf 22.11.2025.
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Melezitose - Ein Dreifachzucker
Melezitose-Honig wird auch Zementhonig genannt. Gefunden wurde der Zucker Melezitose von einem französischen Chemiker an Lärchen. Daher taufte der Chemiker diesen Honig Lärchenzucker (Melezitose). Die Namensnennung lies viele Chemiker über viele Jahre im Irrglauben, das dieser Zucker nur in oder an Lärchen entsteht. In jedem Waldtrachthonig ist ein wenig Melezitose mit drin. Ist der Gehalt jedoch über 30% im Honig, so kristallisiert er sofort schon in den Waben aus. Er kann nicht geschleudert werden. Versucht man ihn trotzdem zu schleudern erfolgt meist Wabenbruch.
Das Umtragenlassen der Bienen simuliert eine Räuberei
Der kristalline Zucker ist selbst schwer für die Bienen zugänglich. Die Bienen benötigen für die Verwertung des Honigs verdammt viel Wasser. Als Wintertracht sollte man diesen ballaststoffreichen Honig nicht in den Völkern belassen, da der hohe Ballaststoffgehalt bei Winterzehrung Ruhr verursacht. Das ist die Krux an dem ganzen.
Der einfachste Weg, Melezitose-Honig wieder schleuderbar zu machen, ist ihn von den Bienen umtragen zu lassen. Dieses Umtragen simuliert eine Räuberei und macht den Zementhonig binnen 3 Tagen schleuderbar.
Weiterlesen: Melezitose - Ein Dreifachzucker erschwert die Honigernte
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21.06. - Sonnenwende: Hier endet auch die Schwarmzeit für die Bienen. Für das Bien heißt es nun Waben ausbauen, Vorräte für den Winter sammeln und groß werden.
Ein Bienenvolk muss mindestens 5.000 Bienen beinhaltet um über den Winter zu kommen. 5.000 Bienen gilt hier als unterste Grenze. Abschätzen kann man diese über die Wabengassen. Sind die Wabengassen gut besetzt, dann befinden sich ca. 1.0000 Bienen in der Wabengasse.
Eine bessere Überwinterungsstärke sind in unseren Breitengraden nach eigener Erfahrung 7.000 Bienen.
Die Sonnenwende bedeutet in den meisten Fällen das Ende der Schwarmzeit. Spät in Schwarmtrieb gekommene Völker können trotzdem noch ausschwärmen. Daher ist in den nächsten 2 bis 3 Wochen trotz Sonnwende noch eine sehr genaue Durchsicht der Bienen auf Schwarmzellen anzuraten. Nach der Sonnwende kann noch wunderbar ein Königinnenableger gezogen werden.
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Vorbereitung
Für die Kunstschwarmbildung in der Beute benötigt man:
- Boden mit verschlossenem Flugloch
- Schaumstoff für den Fluglochverschluss
- mind. 800 g Futter (eingewickelt in Papier oder in eine Tüte, die rautenförmig eingeritzt wird)
- ein Absperrgitter
- eine Folie
- einen Deckel
- und einen Wandergurt
Kunstschwarmbildung
In den Honigräumen ist keine Königin vorhanden und sind Bienen in allen Altersgruppen vorhanden (von frisch geschlüpft bis Omas). Das prädestiniert diesen Raum als Bienenspender für die Kunstschwarmbildung. Ohne dass man die Königin suchen muss hat man auch ein tolles Bienenalterspektrum mit vielen Bienen mittleren Alters und wenigen jungen und alten.
Voraussetzung für die nächsten Schritte ist, dass man die Beute wie oben beschrieben vorbereitet hat. Denn wie immer in der Imkerei hängt das Geling an der Vorbereitung.
To Do
Bienenentnahme
Die Honigräume werden inspiziert und nur von Völkern mit gut gefüllten Wabengassen im Honigraum werden die Bienen entnommen. Eine Orientierung gibt das hier eingefügte Bild.
Die Bienen werden über die geöffnete Beute gehalten und in die Beute abgeschüttelt. Nach dem Abschütteln der Wabe wird der Deckel aufgelegt, um die durch das Abschütteln aufgescheuchten Bienen zu beruhigen.
5 Tsd. Bienen sind eine gute Bienenmassebasis für die Kunstschwarmbildugn. Pro gut besetzter Wabe kann man mit 800 Bienen rechnen. Besser sind natürlich Zehntausend. Ich wollte jedoch während der Honigsammelphase meinen Völkern nicht zu viele Bienen weg nehmen, wobei sie das flux wieder kompensieren würden.
Das Volk passt sich außerdem an: sind zu wenig Honigmacherinnen im Honigraum, dann übernehmen dies Bienen aus dem unteren Stock. Je mehr Honigmacherinnen fehlen, desto weniger Sammlerinnen sind unterwegs, da diese dann das Honigmachen übernehmen.
Außerdem haben wir Anfang Juni, wir haben noch 3 Monate Zeit, bis das neue Bienenjahr mit der Produktion von Winterbienen beginnt. Daher sollte noch genügend Zeit sein, dass der Kunstschwarm sich auf Überwinterungsstärke aufpeppelt.
Nachdem die gewünschte Bienenmasse in die Beute geschüttelt worden ist, wird das Absperrgitter mit oben aufliegender Folie unter den Deckel geschoben. Die Beute wird mit einem Wandergurt gesichert und nun für mind. 1 Tag in kellerhaft genommen. Besser sind 3 Tage.
Das Absperrgitter dient dazu, dass die Bienen eine Traube bilden können. Dabei hängt sich der Schwarm am Gitter auf. Dies ist quasi die Teambildungsphase für das Bien.