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Ein herzliches Hallo an alle Besucher meiner Seiten.
Diese Seiten sind die digitale Visitenkarte von mir und beleuchten meine Person als Lehr- und Privatmensch. Die unten angeführten Icons leiten Sie zu den einzelnen Kapiteln der digitalen Visitenkarte.
UPDATE!
Ich habe mich dazu entschieden, auch digital Berufliches von Privatem zu trennen. Ab sofort werde ich alles was mit meinem Lehrerjob zu tun hat auf Substack veröffentlichen. Meine digitale Visitenkarte widme ich meinen Hobbies mit Schwerpunkt auf Imkerei.
Natürlich bleiben alle alten Blogbeiträge über Lehrer, KI und Co auf der digitalen Visitenkarte erhalten. Es kommen aber keine neuen hinzu.
Immer wieder tauchen Begriffe wie Reizfutter, Zuckerwasser 1:3, 3:2, Läpperlestracht simulieren im Fachjargon der Imker auf. Aber was wird wann und wo und für was gefüttert? Dieser Artikel soll Licht ins Dunkel bringen und fasst alle möglichen Futterarten, die man so in der Imkerei kennt, zusammen und nennt Vor- und Nachteile.
Verabreichung, Vor- und Nachteile im Überblick
Ob Reizfütterung im Frühjahr, Auffütterung in der Trachtlücke oder die Wintereinfütterung nach der Honigernte – die Wahl des Futters entscheidet über Volksgesundheit, Arbeitsaufwand und Räubereirisiko. Die unten angeführte Tabelle fasst Wissen über Futter zusammen.
Grundregeln für alle Fütterungen
Es gelten für die Fütterung unabhängig vom Futtertyp einige Praxisregeln, die vor allem Räuberei und das Ertrinken von Bienen verhindern:
- Immer abends (möglichst nach Flugbetrieb) füttern und innerhalb der Beute – nie draußen (Bienen&Natur, o.J.-a; Hausbiene, o. J.).
- Sauber arbeiten, verschüttetes Futter mit viel Wasser wegwischen; Beute und Futtergeschirr müssen dicht sein (Bienen&Natur, o.J.-b).
- Bei Flüssigfutter Schwimmer (Stroh, Korken, Zweige) einlegen, damit die Bienen nicht ertrinken (Bienen&Natur, o.J.-a).
- Kleine Mengen dünnen Zuckerwassers verfüttern, da es schnell verdirbt (Milchsäurebakterium Leuconostoc mesenteroides) (Bienen&Natur, o.J.-b).
Auf Räuberei muss besonders bei Ablegern geachtet werden: Diese haben nicht die Bienenstärke, eine Räuberei abwehren zu können. Das gilt sowohl für spät als auch für früh gebildete Ableger.
Trachtsimulation – die „Läpperlestracht" nachbilden
Eine schwache, tröpfchenweise einlaufende Tracht („Läpperlestracht") ahmt man weniger über ein bestimmtes Zuckerverhältnis nach als über Gabemenge und -frequenz: kleine Portionen, häufig gereicht. Beim Verhältnis passt dazu ein dünnes Reizfutter – 1:1 als Standard, für eine noch stärkere Simulation Richtung 1:2 bis 1:3, dann aber nur in sehr kleinen Mengen, da es kaum als Vorrat taugt und schnell verdirbt. Faustregel: dünn ansetzen und in kleinen, wiederholten Portionen füttern – die Portionierung macht die Läpperlestracht, das Verhältnis liefert das dünne Nektarsignal. Ein exakt festgelegtes „Läpperlestracht-Verhältnis" gibt es in der Fachliteratur nicht; dies ist Erfahrungswissen und variiert je nach Imker und Region.
Was bringt die natürliche Läpperlestracht?
Eine Läppertracht wirkt als natürlicher Regulator für die Volksentwicklung. Da das Futterangebot zwar kontinuierlich, aber mengenmäßig begrenzt ist, passt das Bienenvolk seine Brutgröße bedarfsgerecht an. Es kommt nicht zu dem explosiven Wachstum, das bei Massentrachten oft Platzmangel und damit Schwarmstimmung auslöst. Ein gleichmäßiger, moderater Futterfluss ohne plötzliche Überschüsse oder Engpässe gilt daher als eher schwarmberuhigend – denn die Schwarmstimmung wird sowohl durch Raumknappheit als auch durch die Nektarsituation beeinflusst (BLE, o.J.; Mellifera e.V., 2024).
Allerdings kann anhaltender Trachtmangel in trachtarmen Zeiten (z.B. Hochsommer) dazu führen, dass die Völker zwar schwarmträge bleiben, aber in ihrer Entwicklung stagnieren oder sogar schrumpfen, wenn der Eigenbedarf kaum gedeckt ist. Bei anhaltendem Trachtmangel kann es sogar zum Aussetzen der Bruttätigkeit oder zum Verhungern der Völker kommen. Der Imker muss hier genau beobachten, ob das Volk noch genügend Reserven für die eigene Versorgung aufbaut oder ob bereits eine Brutunterbrechung droht (Humboldt-Universität zu Berlin, o.J.).
Besonders im Spätsommer und Frühherbst ist die Läppertracht entscheidend für die Aufzucht der langlebigen Winterbienen. In dieser Phase liefern verstreute Blühquellen wie Phacelia, Buchweizen oder das Drüsige Springkraut zwar keine Honigernte, aber essenzielle Proteine (Pollen) und Nektarreste. Diese Nährstoffe ermöglichen es den heranziehenden Winterbienen, ein ausreichendes Fett-Eiweiß-Polster (Vitellogenin) in der Haemolymphe aufzubauen, das für ihre Überlebensdauer von mehreren Monaten im Winter notwendig ist (Bienen-Leben-in-Bamberg, 2024; Imkerei Saturna, 2023).
Zudem kann die botanische Vielfalt einer Läppertracht die Widerstandskraft der Bienen unterstützen. Im Gegensatz zur einseitigen Ernährung durch Monokulturen (z.B. reiner Maispollen) bietet das „Flickenteppich"-Angebot ein breites Spektrum an Nähr- und sekundären Pflanzenstoffen. In einer kontrollierten Fütterungsstudie zeigte sich allerdings ein differenziertes Bild: Bei gesunden Ammenbienen hatte die reine Pollenvielfalt keinen messbaren Effekt auf Physiologie und Überleben – entscheidend war zunächst die Pollenqualität (Protein- und Aminosäuregehalt). Unter Krankheitsdruck jedoch kehrte sich das Bild: Mit dem Parasiten Nosema ceranae infizierte Bienen überlebten mit einer polyfloralen (vielfältigen) Pollenmischung länger als mit den meisten monofloralen Pollen – nur der proteinreichste Einzelpollen war ebenbürtig (Di Pasquale et al., 2013). Übersichtsarbeiten bestätigen, dass eine vielfältige Pollenernährung die Immunkompetenz der Honigbiene fördert (Alaux et al., 2010). Fehlt die späte Läppertracht, muss der Imker zwingend zufüttern und auf eine ausreichende Pollenversorgung achten, um eine Schwächung des Volkes vor dem Winter zu verhindern (LWG Bayern, o.J.).
Es folgt nun die versprochene Tabelle zur Übersicht der Futterarten.
Weiterlesen: Zuckerwasser, Invertzucker, Maische,... - Was füttern wa nu?
Zwei Säulen bilden das Fundament der erfolgreichen Toleranzzucht
Die AG Toleranzzucht setzt auf zwei Säulen, die das Fundament erfolgreicher Toleranzzucht bilden: Der Zucht- und der Prüfbetrieb.
Zuchtbetrieb
Die Aufgaben des Zuchtbetriebes sind klar definiert: Hier züchten Imker nach den strengen Auflagen der AGT fertile und gesunde Bienenköniginnen. Um Zuchtbetrieb werden zu können, sollten mind. 20 Völker bestehen und es sollten in diesem Betrieb 2 gekörte Königinnen vorhanden sein.
Prüfbetrieb
Der Prüfbetrieb züchtet selbst keine Königinnen sondern prüft und dokumentiert die Zuchtleistung von Königinnen aus den Zuchtbetrieben.
Regionalbeauftragte sind dafür da, Ringtausche von Königinnen zu organisieren. Hierbei bekommen die Prüfbetriebe gegen eine Königinnenpauschale im Ringtausch Königinnen, die sie prüfen sollen. Die Prüfung der Königin erfolgt über ein Bienenjahr und fängt mit der Einweiselung der Königin bis Mitte Juli im Vorbereitungsjahr an. Das darauffolgenden Leistungsprüfungsjahr endet mit der letzten Honigernte im Juli.
Die Königinnen können nach der Prüfung durch die Rückerstattung der Königinnenpauschale vom Züchter zurückverlangt werden.
Prüfbetriebe gelangen durch die Prüfung von Königinnen zu sehr gutem Zuchtmaterial, obwohl sie selbst keine Königinnen züchten.
